9. April 2020 | Allgemein

Seelsorge in der Corona-Krise

Kurzfristige und kostenlose Supervision und Beratung für Seelsorgende in der Zeit der Corona-Krise

Durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise sind haupt- und ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Gemeinden besonders herausgefordert und erleben besondere Fragestellungen und Grenzerfahrungen. Das FeG-Referat Seelsorge will sie zusammen mit in der Supervision Tätigen durch das Angebot einer kurzfristigen und kostenlosen Supervision und kollegialen Beratung per Telefon oder Videotelefon unterstützen. Es geht dabei um kurzfristige Klärungshilfe, Entlastung und Ermutigung für Seelsorgende in diesen besonders herausfordernden Zeiten.

Folgende in der Supervision Tätige stehen für einzelne Unterstützungsgespräche zur Verfügung. Termine und Medium (Telefon oder Videoplattform) können per Telefon oder E-Mail direkt vereinbart werden. Dieses Angebot ist zeitlich begrenzt und ist keine fortlaufende Beratung.

 

Pastor Jens Mankel, Seelsorgereferent, Gestalttherapeut DVG

Telefon: 0170 7599720; E-Mail: jens.mankel@bund.feg.de

 

Ute Bork, Transaktionsanalytikerin (CTA-C), Konflikt und Kommunikationsberatung.

Telefon: 040 67046183; E-Mail: kontakt@ute-bork.de

 

Arnd Corts, Dipl.-Wirt.Ing.(FH), Existenzanalytiker (DGLE)

Telefon: 02331 2044644; E-Mail: info@lebensziele.de

 

Pastor Sven Dreger, Lehrsupervisor (DGfP), FeG-Beauftragter für KSA

Telefon: 0174 7464507; E-Mail: nc-dregersv@netcologne.de

 

Manuela von Germeten, Transaktionsanalytikerin (DGTA) (CTA-C), Krankenschwester

Telefon: 0151 15277069; E-Mail.: m.vongermeten@t-online.de

 

Elena Lill, Lehrende und Supervidierende Transaktionsanalytikerin u. S. (DGTA) (PTSTA/C)

Tel. 02264 286975; E-Mail: e.lill@rehaservice.com

 

Nicole Mankel, Gestalttherapeutin DVG, Traumatherapie (PITT)

E-Mail: kontakt@nicolemankel.de

 

Pastor Rico Otterbach, Supervisor (DGfP)

E-Mail: kontakt@supervision-otterbach.de

 

Ulrike Wiegner, Lehrtrainerin für Counselor, Supervisorin

Telefon: 0162 7985149; E-Mail: ulrike@wiegner.eu

 

Gerne werden noch weitere, die in Supervision tätig sind und bei der kostenlosen Supervision während der Corona-Pandemie mithelfen wollen, hier mit aufgenommen. Bitte bei Jens Mankel melden. Danke!

 

 

Trotz Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise: Kranke und Sterbende seelsorglich begleiten

Wir erleben herausfordernde Zeiten auch für die Seelsorge. Viele persönliche Gespräche sind per Telefon oder Videotelefonie möglich. Aber schwieriger wird es, wenn es um Sterbebegleitung geht –oder auch um Personen in Quarantäne. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass das Bundesinfektionsschutzgesetz Seelsorgenden auch den Zutritt zu Personen, die unter Quarantäne stehen, gestattet (§30, Absatz 4). Ob dieses allerdings von einer Einrichtung akzeptiert wird, wissen wir nicht. Auch sind die Verordnungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.

Immerhin können ordinierte Pastorinnen und Pastoren mit ihrem Dienstausweis nachweisen, dass sie als Seelsorgende von ihrer K.d.ö.R.-Religionsgemeinschaft beauftragt sind. Wie aber können nicht ordinierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Zeiten von Kontaktsperren Menschen in existentiellen Krisen-Situationen seelsorglich begleiten? Dürfen sie das überhaupt? In diesem Bereich ist manches unklar und wird von den Ländern bzw. von den Einrichtungen unterschiedlich gehandhabt.

Aber Gemeinden können zumindest ein Schreiben ausstellen, das in der aktuellen Situation wichtig sein kann, wenn ehrenamtlich Seelsorgende jemanden im Krankenhaus, ggf. sogar im Quarantäne-Bereich besuchen möchten. Ein solches Schreiben kann relativ formlos gehalten sein, sollte aber folgende Informationen enthalten: Wer beauftragt wen für was mit welchem Schwerpunkt? Das heißt, dass neben dem Namen des Beauftragten und dem Inhalt des Auftrags unbedingt die Unterschrift der Rechtsvertretung und das Siegel der Gemeinde aufgenommen werden sollte.

Pastor Ulrich Kühn, Klinikseelsorger und Theologischer Referent des Diakonischen Werkes Bethanien, hat zu diesen Fragen einige Informationen zusammengestellt.

Unter www.covid-spiritualcare.com, einer Internetseite aus dem Kontext ev.-landeskirchlicher Seelsorgelehrender, finden sich wichtige und hilfreiche Hinweise für haupt- und ehrenamtliche Seelsorgende in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanter Palliativversorgung. Dort findet sich auch die jeweils aktuelle Fassung der Handreichung: Die Corona-Pandemie als Herausforderung für Spiritual Care.

 

In der ZEIT 17/2020 und auf ZEIT online findet sich ein Artikel zum Thema mit Erfahrungen und dem wichtigen Appell „Lasst die Seelsorger rein“. Und auf pro-medienmazin.de findet sich ein Artikel vom 22.04.2020 zu einem wegweisenden Urteil aus Thüringen. Denn lt. Bundesinfektionsschutzgesetz, § 30, Absatz 4 „muss“ Seelsorgenden auch „zu abgesonderten Personen […] der Zutritt unter Auferlegung der erforderlichen Verhaltensmaßregeln“ gestattet werden. Der Beschluss vom 14.04.2020 des Amtsgerichtes Altenburg als Bereitschaftsgericht für das Amtsgericht Jena (AZ 26 AR (BD) 24/20) bezieht sich zwar auf einen konkreten Antrag und Fall, ist aber im Prinzip übertragbar auf andere Situationen, in denen Seelsorgebesuche in Krankenhäuseren und Pflegeeinrichtungen nicht gestattet werden.