16. Februar 2021 | Allgemein FeG Seelsorge

Seelsorge in der Corona-Krise

[ergänzt und aktualisiert: 16.02.2021]

Informationen und Unterstützung für haupt- und ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger

Seelsorge in Corona-Zeiten | FeG-Podium Seelsorge 20.1.2021

Bei diesem Online-Podium der Bundesleitung war auch das Refert Seelsorge beteiligt. Hier finden sich die Impulse von Bundessekretär Burkhard Theis und Seelsorgereferent Jens Mankel.

Dazu ein Artikel aus DIE GEMEINDE 12/2020 von Jens Mankel zum Thema: Seelsorge in einer digitalisierten Welt. 

 

Hier Good-Practice-Ideen von Teilnehmenden beim Podium:

Nachgehende bzw. nachhörende Seelsorge

  • „Hausbesuche“ in Präsenz oder per Telefon: Der Leitungskreis (ggf. mit Seelsorgekreis bzw. Besuchsdienst) teilt sich die Namen der Gemeindemitglieder untereinander auf und bietet einen Besuch von einer Person (!) an, alternativ ein Telefonat. Nach einer gewissen Zeit wird das Angebot wiederholt.

 

Offene Gesprächsangebote

  • Gesprächsgruppen über Videoplattformen, z.B. regelmäßig alle 2 Wochen.
  • Predigtnachgepräche online nach dem Livestream-Gottesdienst
  • Offenes Gesprächs-Angebot im Gemeindehaus, einmal pro Woche, immer zu zweit
  • Virtuelle Cafés und Kneipen zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichem Rhythmus, z.B. Kirchencafé sonntags nach dem Gottesdienst, oder auch offene, z.T. dauerhafte „Räume“ auf Videoplattformen wie Zoom, Teams oder Big-Blue-Button

 

Fortführung und Erweiterung bestehender Seelsorgeangebote

  • Angebote zu seelsorglichen Gesprächen per Telefon, per Videogespräch, oder als Präsenzgespräch unter Wahrung der AHA+L-Regeln, z. T. zu festen Zeiten im Gemeindehaus; werden aber oft nur sehr zurückhaltend angenommen.
  • Eine häufige, sich wiederholende Kommunikation (per wöchentlicher Info-Mail, nach jedem Online-Gottesdienst, per Intenetseite) der vorhandenen Seelsorgeangebote erleichtert aber die In-Anspruchnahme.

 

eine Suche-Hilfe_Biete-Hilfe-Liste online

für Gemeindemitglieder, die so selbst direkt Kontakt aufnehmen können oder auch über eine Ansprechperson anonym. (Unterstützung etwa beim „Homeschooling-Homeoffice-Spagat“; Vorlesen, …)

 

Verteilaktionen

  • Kerze mit Trostwort und Telefonnummer für ein offenes Ohr verteilen
  • Osteraktion

„Wir haben zu Ostern letztes Jahr diese Aktion adaptiert: https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/ostersteine-zeichen-der-hoffnung.html. Zuhause bemalte Steine konnten beim Spaziergang in den Garten der Gemeinde zum Gehweg hin abgelegt werden oder auch in den eigenen Garten. Diese Steine können weitergegeben und verschenkt werden. Vielleicht ist das auch eine nette Geste diese Steine weiterzugeben als Deko auf der Fensterbank, zumal Steine, sogenannter Buntkies, auch sehr handschmeichelnd sind.“ (Fritz Rohde, FeG HH-Niendorf)

 

Weitere Erfahrungen aus Baptistengemeinden mit Seelsorge in der Corona-Krise hier.


 

Datenschutzkonforme digitale Plattform für Seelsorgegespräche

Der AK Internet im Landesverband NRW des BEFG bietet auch für Seelsorgende im Bund FeG, die für digitale Seelsorgegespräche einen geschützten und vertraulichen Raum suchen, auf der Basis der Videoplattform BigBlueButton eine Lösung an. Näheres unter: https://miteinander.ak-internet.de/. Diese Lösung kann nach einer Registrierung kostenlos bzw. gegen Spendenbitte genutzt werden.

 


 

Kurzfristiges und kostenloses Supervisions- oder Beratungsgespräch für Seelsorgende in der Zeit der Corona-Krise

Durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise sind haupt- und ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Gemeinden besonders herausgefordert und erleben besondere Fragestellungen und Grenzerfahrungen. Das FeG-Referat Seelsorge will sie zusammen mit in der Supervision Tätigen durch das Angebot eines kurzfristigen und kostenlosen Supervisions- oder kollegialen Beratungsgesprächs per Telefon oder Videotelefon unterstützen. Es geht dabei um kurzfristige Klärungshilfe, Entlastung und Ermutigung für Seelsorgende in diesen besonders herausfordernden Zeiten.

Folgende in der Supervision Tätige stehen für einzelne Unterstützungsgespräche zur Verfügung. Termine und Medium (Telefon oder Videoplattform) können per Telefon oder E-Mail direkt vereinbart werden. Dieses Angebot ist zeitlich begrenzt und ist keine fortlaufende Beratung.

 

Pastor Jens Mankel, Seelsorgereferent, Gestalttherapeut DVG

Telefon: 0170 7599720; E-Mail: jens.mankel@bund.feg.de

 

Ute Bork, Transaktionsanalytikerin (CTA-C), Konflikt und Kommunikationsberatung.

Telefon: 040 67046183; E-Mail: kontakt@ute-bork.de

 

Arnd Corts, Dipl.-Wirt.Ing.(FH), Existenzanalytiker (DGLE)

Telefon: 02331 2044644; E-Mail: info@lebensziele.de

 

Pastor Sven Dreger, Lehrsupervisor (DGfP), FeG-Beauftragter für KSA

Telefon: 0174 7464507; E-Mail: nc-dregersv@netcologne.de

 

Manuela von Germeten, Transaktionsanalytikerin (DGTA) (CTA-C), Krankenschwester

Telefon: 0151 15277069; E-Mail.: m.vongermeten@t-online.de

 

Elena Lill, Lehrende und Supervidierende Transaktionsanalytikerin u. S. (DGTA) (PTSTA/C)

Tel. 02264 286975; E-Mail: e.lill@rehaservice.com

 

Nicole Mankel, Gestalttherapeutin DVG, Lehrbeauftragte für Psychosoziale Beratung an der KatHO NRW in Köln

E-Mail: kontakt@nicolemankel.de

 

Ulrike Wiegner, Lehrtrainerin für Counselor, Supervisorin

Telefon: 0162 7985149; E-Mail: ulrike@wiegner.eu

 

Gerne werden noch weitere, die in Supervision tätig sind und bei der kostenlosen Supervision während der Corona-Pandemie mithelfen wollen, hier mit aufgenommen. Bitte bei Jens Mankel melden. Danke!

 


 

Trotz Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise: Kranke und Sterbende seelsorglich begleiten

Wir erleben herausfordernde Zeiten auch für die Seelsorge. Viele persönliche Gespräche sind per Telefon oder Videotelefonie möglich. Aber schwieriger wird es, wenn es um Sterbebegleitung geht –oder auch um Personen in Quarantäne. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass das Bundesinfektionsschutzgesetz Seelsorgenden auch den Zutritt zu Personen, die unter Quarantäne stehen, gestattet (§30, Absatz 4). Ob dieses allerdings von einer Einrichtung akzeptiert wird, wissen wir nicht. Auch sind die Verordnungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.

Immerhin können ordinierte Pastorinnen und Pastoren mit ihrem Dienstausweis nachweisen, dass sie als Seelsorgende von ihrer K.d.ö.R.-Religionsgemeinschaft beauftragt sind. Wie aber können nicht ordinierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Zeiten von Kontaktsperren Menschen in existentiellen Krisen-Situationen seelsorglich begleiten? Dürfen sie das überhaupt? In diesem Bereich ist manches unklar und wird von den Ländern bzw. von den Einrichtungen unterschiedlich gehandhabt.

Aber Gemeinden können zumindest ein Schreiben ausstellen, das in der aktuellen Situation wichtig sein kann, wenn ehrenamtlich Seelsorgende jemanden im Krankenhaus, ggf. sogar im Quarantäne-Bereich besuchen möchten. Ein solches Schreiben kann relativ formlos gehalten sein, sollte aber folgende Informationen enthalten: Wer beauftragt wen für was mit welchem Schwerpunkt? Das heißt, dass neben dem Namen des Beauftragten und dem Inhalt des Auftrags unbedingt die Unterschrift der Rechtsvertretung und das Siegel der Gemeinde aufgenommen werden sollte.

Pastor Ulrich Kühn, Klinikseelsorger und Theologischer Referent des Diakonischen Werkes Bethanien, hat zu diesen Fragen einige Informationen zusammengestellt.

Unter www.covid-spiritualcare.com, einer Internetseite aus dem Kontext ev.-landeskirchlicher Seelsorgelehrender, finden sich wichtige und hilfreiche Hinweise für haupt- und ehrenamtliche Seelsorgende in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanter Palliativversorgung. Dort findet sich auch die jeweils aktuelle Fassung der Handreichung: Die Corona-Pandemie als Herausforderung für Spiritual Care.

 

Sie sind da“ . Fünf kurze Berichte von Seelsorgenden, die Covid-19-Erkrankte auf Intensivstationenn begleiten,  in Christ & Welt in der ZEIT 04/2021.

 

In der ZEIT 17/2020 und auf ZEIT online findet sich ein Artikel zum Thema mit Erfahrungen und dem wichtigen Appell „Lasst die Seelsorger rein“. Und auf pro-medienmazin.de findet sich ein Artikel vom 22.04.2020 zu einem wegweisenden Urteil aus Thüringen. Denn lt. Bundesinfektionsschutzgesetz, § 30, Absatz 4 „muss“ Seelsorgenden auch „zu abgesonderten Personen […] der Zutritt unter Auferlegung der erforderlichen Verhaltensmaßregeln“ gestattet werden. Der Beschluss vom 14.04.2020 des Amtsgerichtes Altenburg als Bereitschaftsgericht für das Amtsgericht Jena (AZ 26 AR (BD) 24/20) bezieht sich zwar auf einen konkreten Antrag und Fall, ist aber im Prinzip übertragbar auf andere Situationen, in denen Seelsorgebesuche in Krankenhäuseren und Pflegeeinrichtungen nicht gestattet werden.